Interview mit Stefanie Mahler vom German Stem Cell Network

Das GermanStemCellNetwork ist ein Netzwerk von internationalen, überwiegend in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlern aus verschiedenen Bereichen der Stammzellforschung, mit dem Ziel, Synergien zwischen allen Gebieten der grundlagenorientierten und angewandten Stammzellforschung zu schaffen und eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft zu generieren.Soweit so trocken und kompliziert? Das Gegenteil ist der Fall!
Wir haben uns mit der Referentin für Kommunikation des GermanStemCellNetworks, Stefanie Mahler, über die faszinierendsten Aspekte dieser Forschung unterhalten, aber auch darüber, wie man überhaupt dazu kommt, in diesem Bereich zu arbeiten, und wurden nicht enttäuscht!

GermanStemCellNetwork. Das klingt erstmal futuristisch und sehr kompliziert.
Klassische Fahrstuhl Situation: Sie müssen einem Laien in drei Sätzen erklären, was es mit dem GSCN auf sich hat?

Wir verbinden Wissenschaftler*innen aus allen Fachgebieten, die sich mit Stammzellforschung beschäftigen. Wir sind ein Netzwerk und möchten die Zusammenarbeit, den Austausch von Erkenntnissen, Daten, Experimenten und das Zusammenfinden von wissenschaftlichen Gruppen und Vorgehensweisen unterstützen.

Unser Ziel ist es dabei, die Grundlagenforschung und die angewandte Forschung über Stammzellen sowie die Kommunikation darüber voran zu bringen, damit es mehr Erkenntnisse und neue, wissenschaftlich fundierte Zelltherapien für bislang unheilbare Krankheiten gibt.

Warum ist diese Arbeit so wichtig und wie hat sie sich in den letzten fünf Jahren verändert?
Diese Arbeit ist sehr wichtig, da Stammzellforschung auf der Zusammenarbeit von Experten aus vielen Fachgebieten beruht: Von Biochemie über Informatik, Mathematik bis Biologie, Medizin, Jura, Pharmakologie bis Biotechnologie – die Wissenschaftler treffen sich nicht automatisch auf ihren Fachkongressen. Dafür ist ein Netzwerk notwendig.

In den letzten fünf Jahren ist die Dynamik der Stammzellforschung sehr gestiegen.

Immer mehr Erkenntnisse aus der Forschung weisen auf mögliche Therapien hin und es ist eine sehr spannende Zeit, in der Versuche aus dem Labor in klinische Studien überführt werden, um sie als Therapien zu testen.

Wir stehen an der Wende zu hoffentlich ganz neuen Möglichkeiten der Behandlung für bislang unheilbare Erkrankungen.

Aber es ist ein langer Weg dahin.

Wie kommt man zu so einer Tätigkeit und welche Aspekte faszinieren sie persönlich in Ihrer Arbeit?
Wir sind ein Netzwerk und in unserem dreiköpfigen Team der Geschäftsstelle hat jeder eine Aufgabe, die ihm liegt. Ein Geschäftsführer, der leidenschaftlicher Wissenschaftler und Vermittler in der Gesellschaft und Politik ist, der gerne Ideen und Energie in Projekte von Konferenzentwicklung, Workshop-Ideen bis hin zur grundlegenden Analyse von Wissenschaftsarbeit steckt. Eine Wissenschaftskommunikatorin, die lange als Journalistin unterwegs war und nun Schülern und der Öffentlichkeit in Veranstaltungen, Filmen, Texten und Workshops über Stammzellforschung erzählt und sie ihnen nahe bringt. Eine Biologin als Projektmanagerin, die große Ideen von Konferenzen und Magazinen in die Tat umsetzt und vor Zahlen und Finanzen keine Angst hat, sondern diese mit sinnvollem Leben füllt.

Wir alle sind fasziniert von der Aussicht, bei großen Entwicklungen angesichts unheilbarer Krankheiten bei der Erforschung und Entwicklung von sinnvollen, neuen Therapien dabei zu sein und den Prozess zu unterstützen

Und die Arbeit mit Wissenschaftlern ist persönlich ein Privileg, da sie international, intelligent und ausgesprochen belebend ist.

Das spannendste Projekt an dem sie gearbeitet haben?
War es das Schulmaterial, das wir zweisprachig über Stammzellforschung entwickelt haben? War es die Analyse für Politiker, warum der Weg vom Labor in die Therapie so steinig und langwierig ist? War es die große Konferenz mit vielen hundert Wissenschaftlern aus vielen Ländern? War es die Entwicklung eines bundesweiten Stammzelltages für Schulklassen, an dem mittlerweile viele Städte und Schulen beteiligt sind? Schwer zu sagen, welches das spannendste Projekt war – alle sind spannend und fordern uns immer wieder heraus, neue Ideen noch besser umzusetzen.

B&C-Zine bedankt sich bei Frau Mahler und dem German Stem Cell Network für das Gespräch


– Das deutsche Stammzellnetzwerk (German Stem Cell Network (GSCN)) –

Das deutsche Stammzellnetzwerk (German Stem Cell Network (GSCN)) hat zum Ziel, Synergien zwischen allen Bereichen der grundlagenorientierten und angewandten Stammzellforschung zu schaffen und eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft zu bilden. Zentrale Aufgabe des GSCN ist es, die in Deutschland vorhandenen Kompetenzen auf dem Gebiet der Stammzellforschung zu bündeln und Synergien mit den Gebieten der Regenerativen Medizin zu entwickeln, um so neue nationale und internationale Forschungsaktivitäten und Translationskooperationen herbeizuführen. Des Weiteren soll durch Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit eine zielgruppengerechte Information und Aufklärung über diesen Forschungsbereich stattfinden.